#1 Ist der Schwenkfehler beim Autofokus signifikant? von kassandro 30.11.2008 03:46

Häufig tritt der Fall auf, daß das Objekt, auf das man scharf stellen will, nicht im Bildzentrum liegt. Üblicherweise schwenkt man dann zu diesem Objekt hin, stellt scharf und schwenkt wieder zurück. Wie z.B. hier oder hier sehr schön ausgeführt wird, entsteht dann ein sogenannter Backfokus. Die grundlegende Frage ist nun ob dieser Fokusfehler signifikant ist.
Rechnen wir den Schwenkfehler an Hand eines 200mm/2.8 Objektives mal durch. An einer 1,5x Crop Kamera hat solch ein Objektiv einen Öffnungswinkel von 8,2 Grad. Also kann ich maximal um 4,1 Grad schwenken. Der Schwenkfehler beträgt dann 0,26% (=100* (1-cos(4,1 Grad))). Also auf 10 Meter Entfernung ein Fehler von 2,6 cm, der sehr wohl innerhalb der Schärfentiefe von 28cm (14cm nach hinten, 14cm nach vorn, Nikon D300). Der Fehler bei Verwendung eines ungenauen Außensensors dürfte größer sein. Bei anderen Entfernungen und Brennweiten erhält man ähnliche Resultate. Am Vollformat ist der Schwenkungsfehler etwas bedeutender, weil die Öffnungswinkel bei gleicher Brennweite größer sind.
Folgerung:
Der Schwenkfehler ist vernachlässigbar
Wo liegt der Rechenfehler all der Falschalarmierer? Sie machen einfach den Schwenkwinkel so groß, wie er nur bei einem Weitwinkel überhaupt möglich ist, rechnen dann aber mit einem Teleobjektiv weiter.

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